Was steckt hinter Billard Kreide?
Verfasst von Schmidt Scott
Dienstag, August 19, 2008
Es ist nichts neues eigentlich: bei der Handhabung des Queues werden häufig viele Fehler gemacht. Einer davon ist allerdings weniger physikalischer als psychologischer Art. Es geht tatsächlich um das Stück Kreide.
Natürlich hat die Kreide in erster Linie tatsächlich eine physikalischen Daseinsberechtigung . Das Leder des Queues, die auch Pomeranze genannt wird, benötigt die Kreideschicht, damit beim Kugelstoss eine kurze Haftung zwischen der Kugel und dem Queue statt findet. Man kann durchaus von einer Art Kupplung sprechen, und ausserdem ist dieser Effekt natürlich notwendig, damit man der Kugel einen Drall verpassen kann und das sogenannte Effetspiel überhaupt erst möglich ist. Ohne Kreide würde die Queuespitze beim Effetspiel abrutschen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass man nur Kreide verwendet, die eine gute Haftfähigkeit mitbringt.
Die Kreide hat neben diesem physikalischen Moment aber eine sehr grosse Psychologische Bedeutung und richtig im Spiel eingesetzt, kann das Einkreiden nicht als blosses Ritual sondern taktische Strategy benutzt werden, um seinene Gegener einzuschüchtern oder seine eigene Konzentration zu steigern.
Der psychologisch wichtige Moment des Kreidens soll ja eigentlich das Spiel ausgeglichener machen, beruhigend wirken und Abstand zum vergangenen Stoß schaffen. Dies wirkt sich vorallem vorteilhaft für den Spielrhythmus aus. Ein Spieler sollte sich dabei in aller Ruhe die Situation ansehen und so die Analyse des Spiels mit dem Einkreiden verbinden. Natürlich hat da jeder Spieler so seine eigene Technik.
Doch das Einkreiden will gelernt sein. Mit dem Kreidewürfel sollte man eher wie einen Pinsel arbeiten, indem man mit kurzen Strichen waagerecht über die Pomeranze führt und dann zur selben Zeit den Queue über die Flanken dreht nach unten zieht.
Ganz peinliche offensichtliche Fehler von Anfängern (aber auch in Filmen, in denen das nicht richtig gezeigt wird) ist das Hineindrehen des Queues in den Kreidewürfel wie bei einer Zitronenpresse. Das hat nämlich zur Folge dass ledlich die Flanken der Pomeranze gekreidet werden und das Ober gänzlich ohne Kreide bleibt, was ja nicht Sinn des Kreidens ist.
Dadurch kommt es im Spielverlauf zu unsicherer Spielweise und logischerweise ungeschickten Abrutschern, die jeder Profi vermeiden will.Tatsächlich hat jeder Profispieler seinen eigenen Kreidewürfel beim Spiel zur Hand, denn dieser ist der Pomeranze des eigenen Queues perfekt angepasst.
So manch ein Profispieler hat übrigens ein Kreidewürfel als Talisman, meist Kreidestücke die man verwendet hatte in Turnieren in denen hohe Geldsummen erspielt worden sind.
So manch ein Nicht-Billardspieler ist also überrascht das dieses kleine Utensil so viel des Spieles beinflusst, und es ist eben nicht nur Kreide.
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